Mittwoch, 11. Januar 2012

Ich will was erleben!

Hallo meine Lieben,
Nachdem ich Weihnachten überraschend großzügig bedacht wurde und mich das Heimweh ordentlich gepackt hat, bin ich zum Glück gleich losgezogen, um Indien ein Stückchen weiter zu entdecken und nicht in zu große Trauer zu verfallen.
Also ging es los: eine Woche durch Südindien.

Julias Familie ist über Weihnachten gekommen und so haben wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht. Am 25. war Weihnachten für mich abgehakt und ich war wirklich ganz froh Ablenkung zu haben.
Zuerst ging es mit dem Flugzeug nach Bangalore. Kaum zu glauben, wie schnell man heute von einem Ort zum anderen gelangen kann. Wenn ich daran denke, wie lange ich mit dem Zug gebraucht habe, ist das schon ziemlich seltsam, dass wir nach einer Stunde Flug schon da waren.
Einkaufsstraße in Bangalore


So schnell wie er gekoimmen ist, war er auch wieder weg: ein Elefant mitten auf der Hauptstraße.
Dort waren wir nur einen Nachmittag, dann ging es auch schon weiter. Pünktlich zum Sonntagabend erreichten wir Mysore und konnten den Palast bestaunen, der für eine Stunde wunderbar beleuchtet wurde.
Nach einem königlichen Abendessen und einer Nacht in einem sehr komfortablen Hotel, haben wir den Palast auch noch von Innen unter die Lupe genommen, leider war das Photographieren mal wieder untersagt.
Mysre ist bekannt für sein duftendes Sandelholzöl

Am nächsten Tag ging es dann auf nach Madikeri. Den Zug dorthin haben wir geradeso noch erwischt und konnten dann eine Zugfahrt mit sehr schönen Ausblicken genießen. In Madikeri haben wir eine ereignisreiche Wandertour gemacht und sind unter anderem auf einem Trampelpfad einen Wasserfall hoch gelaufen. Abenteuer pur!
 
Eine wacklige Angelegenheit.


Überall Weihnachtssterne.


Da sind wir trotz Warnung (mit Totenkopf) hochgekrakselt.
Die ganze Truppe zusammen.
Es gibt kein zurück mehr.

Im nächsten Moment bin ich übrigends abgerutscht und hing mit meinem ganzen Gewicht an seinem Arm über der "Schlucht".


Am Abgrund.

Drei mal dürft ihr raten, worum es sich hierbei handelt...
... ist doch klar...

...um eine Demonstration der Kommunsiten.

Gewürze wie im Bilderbuch, der Duft war unbeschreiblich.


In den folgenden Tagen waren wir im Bundesstaat Kerala, der für seine wunderschöne Natur berühmt ist und haben eine Bootstour gemacht. Ich denke, dass die Bilder für sich sprechen.
Ohäää.



Genau das Gegenteil vom hektischen Chennai.


Was für eine Abendstimmung.
Danach ging es auch schon wieder ab nach Hause. Dort habe ich mich über Silvester um meine Freundin gekümmert, die schon über einen längeren Zeitraum sehr hohes Fieber hatte. Das neue Jahr habe ich zugegebener Maßen verpasst, weil wir uns dann doch entschlossen hatten ins Krankenhaus zu fahren, als das Fieber bei 41°C angekommen war. Also Silvester war nicht so toll. Meiner Freundin geht es mittlerweile aber wieder wesentlich besser. Sie ist noch etwas schwach, aber es geht auf jeden Fall aufwärts.
Seid lieb gegrüßt!

Dienstag, 13. Dezember 2011

Der Goldener Tempel von Vellore

Hallo meine Lieben,
hier mal ein kurzer Zwischenbericht vom Wochenende. Wie in der Überschrift schon erwähnt sind wir zu einem wunder-, wunder-, wunderbaren Tempel außerhalb Chennais gefahren. Komischerweise hatte uns nie jemand auf diese Sehenswürdigkeit hingewiesen. Nun ja, unser Freundin Durga, die wir bei Yoga kennengelernt haben und zu der wir in sehr nahem Kontakt stehen, hat es dann doch getan. Und so sind wir, nach einem üppigen Frühstück bei ihr zu Hause, mit einem Kleinbus und noch weiteren Frauen aus der Yogastunde nach Vellore gefahren. Auf die Frage, wie lange es denn dauern würde, bekamen wir die Antwort "etwa zweieinhalb Stunden". Es war also mit drei Stunden oder mehr zu rechnen. Am Ende waren es dann tatsächlich über fünf Stunden, die wir unterwegs waren. Das hing auber auch damit zusammen, dass es für unsere Freunde einfach nicht möglich ist, eine kurze Toilettenpause zu machen, da muss gleich noch ein Kaffee getrunken werden und das dauert dann schon mal eine Stunde.
Als wir dann endlich ziemlich geschafft und müde in Vellore angekommen sind, wurden erst mal unsere Handys und Kameras eingesammelt. Wir waren schockiert, wie jetzt, keine Fotos?! Das hatten wir nicht erwartet. Aber so waren nun mal die Vorschriften, wie uns unser blonde kanadische Führerin April mitteilte. Der Vorschrift, dass man vor dem Besuch des Tempels durch die Sicherheitskontrolle gehen muss, sind wir dann allerdings geschickt entronnen und so wurden wir gleich zum Eingang geschleußt. Es gab die unterschiedlichsten Menschengruppen, die sich auf dem Rundgang Stück für Stück dem Inneren des Tempels näherten. Auffällig waren Frauen, die alle den gleichen roten Saree trugen und Männer in schwarzen Röcken: Pilger. Aber es gab auch jede Menge Familien und natürlich auch Touristen.
Weil wir für die Fahrt zum Tempel so lange gebraucht hatten, hatten wir letzendlich nur eine halbe Stunde für die Besichtigung Zeit. Wir hatten irgendwelche speziellen Eintrittskarten und so mussten wir nirgends anstehen, sondern wurden vorne direkt durchgelassen. Das war uns sehr unangenehm, aber richtig schlimm fanden wir es, als wir zum Innersten des Tempel gelangt waren, also zum Höhepunkt des Ganzen. Alle mit normaler Eintrittskarte bekamen kaum die Gelegenheit einen Blick auf das Allerheiligste zu werfen und wurden grob zurückgeschobe. Wir allerdings durften ungefähr fünf Minuten hinter der Absperrung direkt vor dem Altar sitzen. Ich fand diese Situation einfach schrecklich. Für Mancheinen war das vielleicht der Höhepunkt einer weiten Pilgerreise gewesen sein und für uns war es einfach nur eine beeindruckende Sehenswürdigkeit.
Der Tempel besteht aus purem Gold und sah einfach wunderschön aus. Noch majestätischer wirkte er dann, als er bei Anbruch der Dunkelheit beleuchtet wurde. Wir waren wirklich sehr traurig, dass wir keine Fotos machen durften, deshalb habe ich hier einfach mal getrickst und eines aus dem Internet reingestellt, damit ihr es euch ein bisschen vorstellen könnt.

Was es ansonsten so Neues von mir gibt: Ich habe - wie scheinbar alle Deutschen in Indien - Ohrprobleme bekommen und bin deshalb auf einer Seite fast taub und habe leider auch ziemliche Schmerzen. Als Doro am Anfang unseres Aufenthaltes auf Anweisung des Arztes ständig mit Watte in den Ohren rumgelaufen ist, habe ich mich noch lustig gemacht, aber was soll ich sagen? Jetzt ergeht es mir genauso und ich kann nur hoffen, dass es sich bald bessert, ansonsten krieg ich hier die Krise. Als ob es nicht schon so schwierig genug wäre das indische Englisch zu verstehen.

Heute war ich das erste Mal bei einem Tanzkurs für Jazzdance und es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Es war einfach der Hammer sich mal wieder richtig auszupowern, das hat mir wirklich gefehlt. Morgen werd ich vor Muskelkater wohl kaum ein Bein vor das andere setzen können, aber trotzdem hat es sich auf jeden Fall gelohnt. Ein bisschen Sport brauche ich einfach. "Geh doch joggen" haben mir einige Leute aus Deutschland geraten. Aber liebe Leute so einfach ist das eben nicht. Erstens ist es megaheiß hier, zweitens gibt es hier soooo viel Verkehr und drittens ist es für einen Inder unvorstellbar, dass eine Frau joggen geht.
Yoga habe ich mittlerweile aufgegeben. Da habe ich mich einfach nicht ausgelastet gefühlt und die Leute waren im Durchschnitt gute zehn Jahre älter als ich.
Deshalb jetzt also Jazzdance mit vielen jungen Leuten, und viel Mukelkater.

Donnerstag, 8. Dezember 2011

O Christmas Tree! O Christmas Tree!


Weihnachten rückt immer näher und ich komme nicht mehr drumherum, dass ich jeden Tag an das Fest der Liebe denke. Gestern habe ich endlich meine Weihnachtspost durch einen Schlitz in das dunkle Innere eines Briefkastens der Indian Post gesteckt. Dafür musste ich eine ganze Weile durch unsere Gegend irren. Weil das Schild des Postoffices wohl einfach zu groß für mich ist, bin ich beim ersten Mal doch glatt dran vorbeigelaufen. So habe ich aber noch ein paar neue Straßen entdeckt und gleich einen kleinen - auch wenn zugegebenermaßen ungewollten – Spaziergang gemacht.
Auch bei der Arbeit ist jedermann in bester Weihnachtsstimmung. Dass die meisten Kinder Hindus sind, spielt keine Rolle, die christlichen Weihnachslieder werden rauf und runter gesungen. Auch ich tue meinen Teil und singe oft fröhlich meine deutschen Texte drauf los und gestern habe ich mit größtem Staunen vernommen, wie ein Mädchen aus meiner Klasse doch tatsächlich "Oh Tannenbaum" auf deutsch anstimmt. Ich war richtig gerührt.
Mittlerweile ziert auch ein Weihnachtsbaum unser Klassenzimmer, den haben wir mit wunderschön-kitschigem Schmuck behangen. Um den Weihnachtsbaum schlingt sich eine rote Lichterkette, die unser Klassenzimmer in ein Licht versetzt, dass ans Rotlichtmilieu erinnert (zumindestens, wenn nicht gerade Stromausfall ist).
Nikolaus musste ich ganz viel an zu Hause denken, aber da wir ein schönes, gemütliches Kaffeetrinken mit Schokolade und Pfefferkuchen, die uns zugeschickt wurden gemacht haben, bin ich nicht in allzu große Trauer verfallen. Überhaupt ist unsere Wohnung eigentlich schon recht weihnachtlich geschmückt. Wir haben einen Tisch auf welchem Adventskalender stehen und so haben wir immer unsere Freude daran täglich ein neues Türchen zu öffnen.

Mein Trip nach Bangalore war im Übrigen sehr schön. Es war toll die Leute vom Austausch wiederzutreffen. Ich habe es nicht bereut, zweiter Klasse im Zug gefahren zu sein. Es war wirklich ein Erlebnis zwischen den ganzen schnatternden Indern zu sitzen und zuzusehen, wie sich die Snackverkäufer wieder und wieder laut rufend den Weg durch die Menge bahnten.
Einen Tag lang bin ich mit meiner Freundin Aparna in der Schule gewesen. Es war schon etwas eigenartig von der Lehrerposition plötzlich wieder in die Schülerrolle zu schlüpfen, aber es war insgesamt ein sehr entspannter Tag. Auch das Wochenende haben wir sehr ruhig angehen lassen und doch habe ich meinen Zug zurück nach Chennai durch einen Stau beinahe versäumt.
Was sich mir am tiefsten in die Erinnerung in Bezug auf Bangalore eingeprägt hat, ist, wie ich gefroren habe, also ich angekommen bin. Alle haben sich über mich lustig gemacht, weil ich, die Deutsche unter den ganzen Indern, in dicker Jacke dasaß und es mich trotzdem gefröstelt hat. Aber ich bin halt nicht direkt aus Deutschland gekommen, sondern aus dem mehr als zehn Grad wärmeren Chennai.
In diesem Sinne: heiße weihnachtliche Grüße








Montag, 21. November 2011

Dies und Das


Soo, bevor meine allerliebste Mutter vollkommen die Nerven verliert, weil ich mich nicht melde, schreib ich doch mal wieder was auf meinem Blog.

Ich kann es kaum fassen, dass ich mich mittlerweile schon fast zwei Monate in diesem „fremden“ Land befinde. Aber ich habe mich inzwischen so gut eingelebt, dass ich von einem Alltag sprechen kann und mich nicht mehr unbehaglich fühle, wenn ich allein unterwegs bin. Wie eigenartig es mir doch erscheint, dass ich während meines einmönatigen Austausches nicht einmal allein ans Ende der Straße gehen durfte.
Das Schöne ist, dass ich inzwischen wirklich so etwas wie Heimatgefühl für mein kleines Viertel hier in Chennai entwickelt habe. Des öfteren werde ich gefragt, wie es denn so ist, in so einer riesigen Metropole zu leben, ob man da nicht total untergeht. Von Anonymität der Großstadt ist in meiner Gegend aber keine Spur. Auf meinem fünf minütigen Arbeitsweg, kommt es nicht selten vor, dass ich von einem Rikschafahrer, der dort jeden Morgen steht und dort von dem Schneider und dort von dem Obstverkäufer gegrüßt werde. In diesen Momenten kommt mir das hier doch alles eher wie ein Dorf vor, wo jeder jeden kennt. Nun gut uns kennt wahrscheinlich sowieso fast jeder in unserem Viertel. Das wurde uns aber schon in den ersten Wochen bewusst, als wir öfter einfach so auf der Straße angesprochen wurden „Ihr seid doch die fünf Mädchen aus Deutschland?“ - „Jaaa, und wer sind Sie?!“
Neuigkeiten verbreiten sich hier einfach wie ein Lauffeuer.
Ich freue mich immer wie ein Honigkuchenpferd, wenn ich wieder etwas Neues entdecke, was ein Tourist vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick bemerkt. So habe ich erst heute erfahren, dass die Frau immer auf der rechten Seite des Mannes laufen sollte, weil dies die Seite seines Herzens ist und sie somit für immer in seinem Herzen bleiben wird - schmacht. Oder, dass es kein bisschen unhöflich ist, sich nicht zu bedanken, sondern, dass das mit dem hinduistischen Glauben zusammenhängt und nichts damit zu tun hat, jemanden vor den Kopf stoßen.
Schon recht früh wurde uns klar, dass Äußerlichkeiten wie Schmuck ein absolutes Muss sind. Eine Frau ohne Ohrringe?! Unvorstellbar. So wurden wir des öfteren darauf angesprochen, warum wir denn so wenig Schmuck tragen und dass wir unbedingt Ohrringe reinmachen sollten. Da tut mir unsere gute Jana etwas leid, sie muss sich immer und immer wieder dafür rechtfertigen, dass sie keine Ohrlöcher hat.
Etwas Lustiges hat sich auch neulich zugetragen: Da wurde Marie doch tatsächlich gefragt (auch wenn eher scherzhaft), ob sie schwanger wäre. Der Grund? Weil sie so viele Armreifen trägt, das würden sonst nur schwangere Frauen tun.

Dieses Wochenende waren wir in Mammalapuram, dort waren wir schon mal vor einiger Zeit.
Diese Kleinstadt ist einfach ein Ort der Ruhe und Entspannung. Wir haben jede Menge neue Leute kennengelernt und hatten sehr viel Spaß. Erstaunlich war, dass uns einige Menschen darauf angesprochen haben, ob wir schon einmal dagewesen sind, wir scheinen einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben.

Viele meiner Kollegen nehmen gerade an einer Weiterbildung teil, deshalb ist bei meiner Arbeit zur Zeit nicht besonders viel los. Heute waren wir drei Schüler und drei Lehrer in der Klasse und die Arbeitszeiten sind auch vorübergehend verkürzt. So habe ich die Möglichkeit den mit den Freitag freizunehmen. Deshalb werde ich mich am Donnerstag nachmittag nach Bangalore aufmachen, um meine indische Freundin für drei Tage zu besuchen, die durch den Austausch einen Monat bei uns verbracht hat. Auch wenn ich mich schon sehr darauf freue, habe ich ziemlich Bammel vor der siebenstündigen Fahrt dorthin. Lezte Woche habe ich das Ticket gebucht und hatte das große Glück mit jemand Einheimischen zum Bahnhof gegangen zu sein. Zuerste wurden wir von einem Ort zum Nächsten geschickt und dann musste ich ein Formular ausfüllen, dass es auf Tamil und Hindi gab – na Prost Mahlzeit!

Soo, das wars erst einmal von mir, tut mir leid, dass ich mich nicht so oft melde, aber so langsam kehrt hier halt einfach der Alltag ein, da gibt es nun einmal nicht mehr so viel zu berichten.
Seid lieb gegrüßt

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Ich muss durch den Monsun...


So meine Lieben, da ein Update gewünscht wurde, lasse ich doch mal wieder etwas von mir hören.
Weil wir ein paar Tage frei haben, sind wir einfach mal nach Punducherry gefahren. Eine Frau aus unserem Yogakurs, mit der wir am Abend vorher geredet haben, war total entsetzt, als sie erfahren hat, dass wir weder eine Busverbindung, noch ein Hostel rausgesucht haben, da dieser Ort (gerade in der Zeit über Divali - einem der größten Feste Indiens) sehr überlaufen sei. Das hat uns schon einen kleinen Schock versetzt, aber jung und frisch wie wir sind, haben wir uns am folgenden Tag einfach in den nächsten Bus gesetzt und uns Richtung Punducherry begeben. Während vier Stunden Fahrt, von denen wir drei dichtaneinadergedrängt gestanden haben, istmeine Erwartung an Punducherry von Minute zu Minute gestiegen. Als wir dann endlich total geschafft den Bus verlassen haben, war meine Stimmung erst einmal ziemlich weit unten. Versprochen hatte ich mir - wie im Reiseführer beschrieben - eine verschlafenen Provinzstadt mit französischen Wurzeln.
Was mich erwartete war eine verregnete, laute, überfüllte Großstadt, die sich auf den ersten Blick in keinster Weise von Chennai unterschied. Nachdem wir auf der Suche nach einer Bleibe für die Nacht eine ganze Weile mit unseren Rucksäcken durch Punducherry gelaufen waren, stellten wir fest, das wir uns wieder am Ausgangsort befanden. So beschlossen wir einfach ein Gästehaus in der nächsten Nebenstraße zu nehmen, das war preislich zwar etwas teurer, als wir es uns vorgestellt hatten, aber wir wollten ja nicht die Hostels, sondern die Sehenswürdigkeiten Punducherrys „abklappern“. Zum Glück hat sich das Wetter am Abend ein wenig beruhigt und so entschieden wir uns, uns auf die Suche nach einer Pizzeria zu begeben und man höre und staune: wir wurden fündig. So aßen wir in einer einfachen Gaststätte Pizza. Der Geschmack überzeugte, die Größe kam allerdings nicht an italienische Standards heran.
Am späten Abend flanierten wir noch ein bisschen an der Küste entlang und ließen den Tag in einer Bar bei Mangolassis und frischgepressten Säften ausklingen. Ab und zu sah man Raketen am Himmel aufleuchten: Diwali- das Lichterfest.


Frauen am Strand

Der folgende Tag ist leicht zu charaktisieren: Regen, Regen, Regen, ach ja und bevor ich es vergesse: REGEN
Die Straßen, die sich innerhalb kürzester Zeit in Flüsse verwandelt haben, waren wie leergefegt. Nur ab und zu sieht man einen verzweifelten Autofahrer sein nicht mehr funktionsfähiges Fahrzeug an einen trockenen Ort zu bringen oder Radfahrer mit Regenschirm. Zur Belustigung aller Menschen, die sich sonst noch auf den Straßen Punducherrys befanden, zählten auch wir zu den wenigen Kreaturen, die sich durch das teilweise knietiefe Wasser kämpften, nur das wir dieses Erlebnis genossen und dabei lauthals „Durch den Monsun“ sangen.


"I`m singing in the rain"



Ein weiteres Highlight war, dass wir es endlich geschafft haben uns den heißersehnten Wunsch zu erfüllen, einen Eleganten zu sehen.


Wir hatten schon die Befürchtung, dass die Busse bei diesen Wetterverhältnissen nicht zurück fahren würden, aber fünf Stunden – und einige Schreckensmomente – später, befanden wir uns wieder in Chennai und genossen die Aussicht auf eine Stadt, in der das Fest der Lichter im vollen Gange war.





Samstag, 15. Oktober 2011

bürokratische Strapazen und die Flucht aus der Großstadt

Da es schon eine ganze weile her ist, dass ich geschrieben habe, möchte ich mich mal wieder melden. meine ferien sind mittlerweile vorbei, aber ich habe die freie zeit mit meinen mädels in vollen zügen genossen. ... nun ja vielleicht nicht die ganze, aber doch einen großteil, denn da war ja noch die sache mit der registrierung. wir sind inzwischen der meinung, dass es sich eigentlich gar nicht lohnt die registrierung längere zeit vor ablauf der frist in angriff zu nehmen, weil sich die beamten einen spaß daraus machen, sich immer wieder neue dokumente auszudenken, die man doch bitte vorlegen soll. so habe ich vier tage lang die vormittage im registrierungsbüro verbracht. Aber dann am letzten tag, brauchten sie dann plötzlich doch keine unauftreibbaren dokumente mehr und bin ich dann doch nicht illegal im land gewesen.
als wir diese anstrengende prozedur dann endlich hinter uns gebracht hatten, waren die ferien leider auch schon fast wieder um. wir hatten uns bestimmt sechs verschiedene sachen rausgesucht, wo wir hinfahren wollten, aber wie das meistens so ist, sind wir dann letztendlich doch nur zu einem reiseziel gefahren. diese entscheidung haben wir aber nicht bereut, den wunderbaren ort, den wir besucht haben hieß mamallapuram. nach einer vierstündigen, sehr nervenaufreibenden fahrt in einem lauten und kalten (!) bus, stiegen wir aus und wie erwartet schlug uns die hitze entgegen. nachdem wir uns ein hübsches hostel gesucht haben und einen preis von 2,50€ vereinbart hatten, sind wir zum strand gegangen ud waren einfach nur geplättet: die stimmung war phänomenal. wir haben uns einfach wie im urlaub gefühlt, der gegensatz zum lauten chennai war riesengroß. es wehte ein leichter wind, der himmel war blau, weit und breit kein autogehupe. wir waren überglücklich, es war einfach ein ganz tolles gefühl. die schattenseite war allerdings, dass es auch sehr viele touristen gab.





mittlerweile bin ich aber schon wieder im arbeitsalltag angekommen.
so viel erst mal von mir, bei gelegenheit melde ich mich mal wieder, viele liebe grüße